Publiziert von: Monika Widmer
Bereitgestellt: 21.08.2025
OFFLine: Tabak und Schokolade
Der Roman des in Basel lebenden Autors Martin R. Dean steht im Fokus unseres nächsten literarisch-musikalischen Gottesdienstes.
Sonntag, 24. August 2025, 10.00 Uhr Titus Kirche
Sonntag, 24. August 2025, 10.00 Uhr Titus Kirche
Zum Roman:
Waldtraut Mehrhof wird uns wie immer eine Einführung zum Buch geben und ausgewählte Passagen vorlesen. Hier eine kurze Beschreibung des Romans: Nach dem Tod der Mutter findet der Erzähler in einer Schublade ein Album mit Fotos seiner frühen Kindheit, die er auf der Karibikinsel Trinidad und Tobago verbracht hat. Als junge Frau hatte sich die Tochter von »Stumpenarbeitern« aus dem Aargau in ein Abenteuer mit einem Tunichtgut der westindischen Oberschicht gestürzt und ein Kind bekommen. Während die übrige Familie bemüht ist, das Gedächtnis an die Jahre der Mutter bei den »Wilden« auszulöschen, macht sich der Erzähler auf, diese Geschichte, die auch seine eigene ist, zu retten.
Tabak und Schokolade führt in den tropischen Dschungel einer britischen Kronkolonie der fünfziger und sechziger Jahre. Indem der Erzähler immer weiter zu seinen indischen Vorfahren, die als Kontraktarbeiter in die Karibik verschifft wurden, vordringt, legt er nicht nur einen Familienstammbaum, sondern auch ein Stück Kolonialgeschichte frei. Dem gegenüber wird die Erinnerung an das Aufwachsen im »Tabakhaus« der Großeltern im Aargau gestellt und die Annäherung an eine Mutter, die zu Lebzeiten stets unnahbar erschien. (Atlantis Literatur)
Zur Predigt
Im Rahmen dieses Gottesdienstes wird Alek Fester in sein Vikariatsjahr verabschiedet. So haben wir entschieden, eine Dialogpredigt zu gestalten. Der Predigttext ist die Versuchung Jesu in der Wüste nach Lukas 4, 1-13. Wir beziehen diesen Text auf den Roman von Martin R. Dean und gehen der Frage nach der Bedeutung unserer Wurzeln nach und der Frage, was uns hilft die zu werden, die wir sind.
Zur Musik:
Susanne Boeke konnte den ukrainischen Frauenchor Pisnosspiwy unter der Leitung von Yaroslav Kutsan gewinnen. » www.ukrainerinbasel.ch/de/page/chor-pisnosspiwy
Im Buch werden namentlich Billie Holiday sowie der Hit «Rum and Coca-Cola» erwähnt. Dazu hat sich Musik von Sonny Rollins (der seine Wurzeln in der Karibik hat) gesellt, sowie von Miriam Makeba, die sich ihr Leben lang für Menschenrechte eingesetzt hat.
Yaroslav Kutsan und der Ukrainische Frauenchor Pisnosspiwy haben die nicht ganz einfache Aufgabe angenommen, auf Englisch zu singen, einer Sprache, die sich dem Ukrainischen ziemlich in die Quere stellt. Allerdings ist ihr Akzent gerade bei «Rum and Coca-Cola» mehr als erwünscht und willkommen (!). Herzlichen Dank!
Eingang: Frauenchor Pisnosspiwy Miriam Makeba, «Pata Pata», 1956 Der Songtext steht in Makebas Heimatsprache Xhosa (eine der elf Amtssprachen der Republik Südafrika) und ist eine Aufforderung zum Tanz. Für ihre Verdienste um Menschenrechte und Gleichberechtigung erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.
Zwischenspiel: Klavier Billie Holiday, 1959-1915, «God bless the Child » (1941) Billie Holiday sang den Song 1941 zum ersten. Der Titel bezieht sich auf einen Bibelvers (Lukas-Evangelium Kapitel 2, Vers 40).[3] Allerdings heißt es im Liedtext: „Mama may have, Papa may have, but God bless the child that's got his own!“
Zwischenspiel: Frauenchor Pisnosspiwy Lord Invader / Andrew Sisters «Rum and Coca Cola»
Rum and Coca-Cola ist ein Popsong im Calypso-Stil, der während des Zweiten Weltkriegs auf Trinidad entstand. 1944 wurde er als größter Millionenseller der Andrews Sisters deren erfolgreichster Titel, der das Interesse an der Karibik und dem Calypso weckte. Das Stück war Gegenstand zweier Plagiatsprozesse.
Entstehungsgeschichte: Von 1940 bis 1963 wurde der Nordwestzipfel der damals britischen Insel Trinidad, Chaguaramas, von den britischen Kolonialherren im Rahmen des Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen an die USA vermietet, die dort eine Marinebasis und später ein Raketenfrühwarnsystem errichteten. Der trinidadische Calypsonian Lord Invader (Rupert Westmore Grant) hatte den Text des Liedes Ende 1942 geschrieben und im Februar 1943 urheberrechtlich registrieren lassen. Der ursprüngliche Text von Grant beschäftigt sich mit der überhandnehmenden Prostitution auf Trinidad seit der Stationierung der „Yankees“ auf der Insel. Die von den Andrews Sisters gesungene Zeile in der ersten Strophe ... and make Trinidad like paradise lautete bei Grant ... and they give them a better price im Sinne von „die Yankees zahlen besser für die Dienste“. Er hatte US-amerikanische GIs am Strand von Point Cumana in Chaguaramas beobachtet, als sie die auf Trinidad seit 1919 erhältliche Coca-Cola mit karibischem Rum vermischt tranken.
Ausgang: Saxophon und Orgel Sonny Rollins *1930, «St. Thomas» Der Jazzstandard von Sonny Rollins basiert auf einem traditionellen Song, der wahrscheinlich aus der Karibik stammt. Der Liedtexter Ray Passman veröffentlichte eine Textversion des Songs als Down St Thomas Way.
Geschichte des Songs: Als Rollins im Studio war, um das Album Saxophone Colossus aufzunehmen, griff er dabei auch auf eine Melodie zurück, die er aus früher Kindheit von seiner Mutter kannte, die von der Insel Saint Thomas auf den Jungferninseln stammte. Er benannte das Stück nach der Insel.
Waldtraut Mehrhof wird uns wie immer eine Einführung zum Buch geben und ausgewählte Passagen vorlesen. Hier eine kurze Beschreibung des Romans: Nach dem Tod der Mutter findet der Erzähler in einer Schublade ein Album mit Fotos seiner frühen Kindheit, die er auf der Karibikinsel Trinidad und Tobago verbracht hat. Als junge Frau hatte sich die Tochter von »Stumpenarbeitern« aus dem Aargau in ein Abenteuer mit einem Tunichtgut der westindischen Oberschicht gestürzt und ein Kind bekommen. Während die übrige Familie bemüht ist, das Gedächtnis an die Jahre der Mutter bei den »Wilden« auszulöschen, macht sich der Erzähler auf, diese Geschichte, die auch seine eigene ist, zu retten.
Tabak und Schokolade führt in den tropischen Dschungel einer britischen Kronkolonie der fünfziger und sechziger Jahre. Indem der Erzähler immer weiter zu seinen indischen Vorfahren, die als Kontraktarbeiter in die Karibik verschifft wurden, vordringt, legt er nicht nur einen Familienstammbaum, sondern auch ein Stück Kolonialgeschichte frei. Dem gegenüber wird die Erinnerung an das Aufwachsen im »Tabakhaus« der Großeltern im Aargau gestellt und die Annäherung an eine Mutter, die zu Lebzeiten stets unnahbar erschien. (Atlantis Literatur)
Zur Predigt
Im Rahmen dieses Gottesdienstes wird Alek Fester in sein Vikariatsjahr verabschiedet. So haben wir entschieden, eine Dialogpredigt zu gestalten. Der Predigttext ist die Versuchung Jesu in der Wüste nach Lukas 4, 1-13. Wir beziehen diesen Text auf den Roman von Martin R. Dean und gehen der Frage nach der Bedeutung unserer Wurzeln nach und der Frage, was uns hilft die zu werden, die wir sind.
Zur Musik:
Susanne Boeke konnte den ukrainischen Frauenchor Pisnosspiwy unter der Leitung von Yaroslav Kutsan gewinnen. » www.ukrainerinbasel.ch/de/page/chor-pisnosspiwy
Im Buch werden namentlich Billie Holiday sowie der Hit «Rum and Coca-Cola» erwähnt. Dazu hat sich Musik von Sonny Rollins (der seine Wurzeln in der Karibik hat) gesellt, sowie von Miriam Makeba, die sich ihr Leben lang für Menschenrechte eingesetzt hat.
Yaroslav Kutsan und der Ukrainische Frauenchor Pisnosspiwy haben die nicht ganz einfache Aufgabe angenommen, auf Englisch zu singen, einer Sprache, die sich dem Ukrainischen ziemlich in die Quere stellt. Allerdings ist ihr Akzent gerade bei «Rum and Coca-Cola» mehr als erwünscht und willkommen (!). Herzlichen Dank!
Eingang: Frauenchor Pisnosspiwy Miriam Makeba, «Pata Pata», 1956 Der Songtext steht in Makebas Heimatsprache Xhosa (eine der elf Amtssprachen der Republik Südafrika) und ist eine Aufforderung zum Tanz. Für ihre Verdienste um Menschenrechte und Gleichberechtigung erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.
Zwischenspiel: Klavier Billie Holiday, 1959-1915, «God bless the Child » (1941) Billie Holiday sang den Song 1941 zum ersten. Der Titel bezieht sich auf einen Bibelvers (Lukas-Evangelium Kapitel 2, Vers 40).[3] Allerdings heißt es im Liedtext: „Mama may have, Papa may have, but God bless the child that's got his own!“
Zwischenspiel: Frauenchor Pisnosspiwy Lord Invader / Andrew Sisters «Rum and Coca Cola»
Rum and Coca-Cola ist ein Popsong im Calypso-Stil, der während des Zweiten Weltkriegs auf Trinidad entstand. 1944 wurde er als größter Millionenseller der Andrews Sisters deren erfolgreichster Titel, der das Interesse an der Karibik und dem Calypso weckte. Das Stück war Gegenstand zweier Plagiatsprozesse.
Entstehungsgeschichte: Von 1940 bis 1963 wurde der Nordwestzipfel der damals britischen Insel Trinidad, Chaguaramas, von den britischen Kolonialherren im Rahmen des Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommen an die USA vermietet, die dort eine Marinebasis und später ein Raketenfrühwarnsystem errichteten. Der trinidadische Calypsonian Lord Invader (Rupert Westmore Grant) hatte den Text des Liedes Ende 1942 geschrieben und im Februar 1943 urheberrechtlich registrieren lassen. Der ursprüngliche Text von Grant beschäftigt sich mit der überhandnehmenden Prostitution auf Trinidad seit der Stationierung der „Yankees“ auf der Insel. Die von den Andrews Sisters gesungene Zeile in der ersten Strophe ... and make Trinidad like paradise lautete bei Grant ... and they give them a better price im Sinne von „die Yankees zahlen besser für die Dienste“. Er hatte US-amerikanische GIs am Strand von Point Cumana in Chaguaramas beobachtet, als sie die auf Trinidad seit 1919 erhältliche Coca-Cola mit karibischem Rum vermischt tranken.
Ausgang: Saxophon und Orgel Sonny Rollins *1930, «St. Thomas» Der Jazzstandard von Sonny Rollins basiert auf einem traditionellen Song, der wahrscheinlich aus der Karibik stammt. Der Liedtexter Ray Passman veröffentlichte eine Textversion des Songs als Down St Thomas Way.
Geschichte des Songs: Als Rollins im Studio war, um das Album Saxophone Colossus aufzunehmen, griff er dabei auch auf eine Melodie zurück, die er aus früher Kindheit von seiner Mutter kannte, die von der Insel Saint Thomas auf den Jungferninseln stammte. Er benannte das Stück nach der Insel.
