Mystiker des Monats März 2019 bei OFFLine: Die Beginen

Es gab unter den Beginen viele hochgebildete Frauen. Bildung war nur für unverheiratete und verwitwete Frauen des Adels und des aufstrebenden gehobenen Bürgertums zugänglich, verheiratete Frauen hatten schliesslich für Mann und Haushalt da zu sein. Dennoch gab es Frauen, die Philosophinnen, Literatinnen, Lehrerinnen waren und als solche anerkannt wurden. Intellektuell hochstehend, anerkannt, gelesen und diskutiert, hatten sie mit männlicher Missgunst zu tun und mussten auf ihre Position zur katholischen Kirche achten, denn dieser sollte frau besser nicht unangenehm auffallen. (beginnende Inquisition!)

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde ihnen Verbreitung von Irrlehren vorgeworfen, sie galten als Ketzerinnenbewegung. Sie lebten nach ihren eigenen Regeln und lehnten jede von der Kirche sanktionierte Ordensregel ab. Insbesondere lehnten sie es ab, auf irgendeine Regel verpflichtet zu werden. Angeblich stellten sie sogar das Ansuchen an den Papst, sich gegenseitig die Beichte abzunehmen(!), was selbstverständlich abgelehnt wurde.

Sie erhoben nachweislich den Anspruch, in theologischen Fragen mitzureden – was für den Papst und die Mehrheit der Bischöfe (einige wenige galten als ihre Förderer) eine unglaubliche Anmassung und Respektlosigkeit war. Die Beginen verfassten die meisten ihrer religiösen und theologischen Schriften in der Volkssprache – wieder ein Stein des Anstosses für die Kirche, denn so wurden viele Menschen erreicht, die die offizielle Kirchensprache Latein nicht beherrschten.
Da sie keiner religiösen Obrigkeit unterstanden, konnten sie – im Gegensatz zu Nonnen – lehren und unterlagen keiner Gehorsamspflicht.