Berühmte Begine: Mechthild von Magdeburg

Mechthild von Magdeburg, wurde um 1207/1210 geboren und mit 12 Jahren nach eigenen Angaben vom heiligen Geist angesprochen. Bald nach ihrer Geburt verdammte das Laterankonzil jede Abweichung vom Glaubensbekenntnis, dennoch wurden die Beginen Anfang des 13. Jahrhunderts als „religiöse Frauen“ bezeichnet. Zu der Zeit, da Mechthild ihr Elternhaus verliess, beschloss Papst Gregor IX die Inquisitionsgerichte und befasste sich mit Beginen, Begarden und verschiedenen HäretikerInnen.

Auf ausdrücklichen Rat ihres Freundes und Beichtvaters schreibt Mechthild ihre Visionen „Das fliessende Licht der Gottheit“ nieder. Unter diesem Titel werden ihre Berichte herausgebracht. Mechthild von Magdeburg formulierte, dass es keinem Mann gestattet sein kann, sich über die Frau zu stellen, dass niemand Gott als Mann darstellen darf, dass das Gottesbild von Männern erdacht und als Machtmittel eingesetzt worden war.
Mechthild lebte lange Zeit auf dem Beginenhof zu Magdeburg, der aber immer häufiger der kirchlichen Obrigkeit auffiel und schliesslich den Dominikanern unterstellt wird. Mechthild musste in ein Kloster und wählte das Kloster Helfta, wo auch andere Frauen, Mechthild von Hackeborn und Gertrud die Grosse, führende Frauen der christlichen Mystik, wirkten.
Wenn Mechthild Gott als Kugel und Kreis darstellte und als das “grosse Gefäss” bezeichnete, verwendete sie, ohne es zu wissen, uralte weiblich-matriarchale Göttinnenbilder. Mechthild von Magdeburg wagte es, die Bibel neu zu deuten, Gott als auch weiblich zu benennen – und das war wirklich ein Wagnis. Leider sind nur von einem einzigen Werk von ihr Abschriften erhalten, wir haben also kaum gesicherte Angaben über sie und ihr Werk.

„Dies Gebet hat grosse Kraft, das ein Mensch leistet mit aller seiner Macht. Es machet ein sauer Herz süße, ein traurig Herze froh, ein arm Herze reich, ein dumm Herze weise, ein blöd Herze kühne, ein krank Herze stark, ein blind Herze sehend, eine kalte Seele brennend. Es ziehet hernieder den großen Gott in ein klein Herze; es treibet die hungrige Seele hinauf zu dem vollen Gotte“