Raus aus der Komfort-Zone oder: Gott suchen mitten auf der Strasse

Lange schon haben wir dieses Angebot ausgeschrieben – «OFFLine in London – Strassenexerzitien in der Grossstadt». Dass die Teilnehmenden Anreise und Unterkunft selber buchen mussten und die Ankündigung der royalen Hochzeit an Pfingsten haben Interessierte abgehalten, teilzunehmen.

Und dann ist es natürlich auch das Angebot selbst, das so seine Hürden mit sich bringt: Die Vorstellung, irgendwo an einem belebten Platz, auf einem Bahnhof oder an einer U-Bahn-Station, vor einer Shopping Mall oder auf einer Parkbank, in einem Hinterhof oder vor einer Moschee… sich alleine hinzusetzen und die Strasse als Anders-Ort zu erfahren, genau dort Gott zu suchen, der nach Ignatius «in allen Dingen» ist, hat bei Interessierten auch Unbehagen ausgelöst. Gleichzeitig hat noch selten ein Angebot im Vorfeld so viele Gespräche ausgelöst. Es geht bei diesen Erfahrungen um eigene Schwellen, um Fremd-sein und sich befreunden und darum, sich auf genau das einzulassen, was einem begegnet und was diese Begegnung in einem auslöst. Eingebettet in eine Gruppe nimmt man biblische Impulse mit und wie sonst bei Exerzitien gibt es Anhörrunden und Begleitgespräche. Anders ist, dass die Übungen nicht im geschützten Rahmen eines Kursraums oder in den eigenen vier Wänden stattfinden, sondern eben dem Leben und der Welt ganz ausgesetzt.

Ich werde trotzdem an Pfingsten nach London reisen und die Strasse als Anders-Ort erfahren, gemeinsam mit meiner Vikarin. Wir lassen die Daheimgebliebenen an unseren Erfahrungen hier teilhaben auf unserer Homepage www.offline-basel.ch. Im Herbst werde ich in Basel einen «Tag auf der Strasse» anbieten, um die Strassenexerzitien kennen zu lernen. Und vielleicht sind wir im nächsten Jahr eine ganze Gruppe, welche die Heiligkeit der Strasse in London erfahren möchte…