OFFLine im Radio SRF 1 ‘Perspektiven’

Seit 2017 finden in der Titus Kirche regelmässig Meditationsangebote statt. Zuerst im Rahmen der Kirchgemeinde, seit September unter dem Namen des oekumenischen Zentrums für Meditation und Seelsorge, OFFLine. Einkehrtage, Meditationsabende, Exerzitienkurse, Retreat-Weekends, Strassenexerzitien… Verschiedene Gefässe laden Menschen unterschiedlicher konfessioneller Prägung, Alters und Herkunft ein, sich zu sammeln und sich Zeit für sich selbst, für Andere und für Gott zu nehmen.
Aber ist das denn die Aufgabe von Kirche?

Meditation und Stille helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nicht das Vielwissen sättigt die Seele – sagt Ignatius von Loyola – sondern das ‘Verkosten’ der Dinge. Meditation und Stille schenken innere Freiräume um neue Gedanken zu denken und kommen so Luthers Forderung, Denken und Beten zusammenzubringen, nach. Das ist auch eine Form von Bildungsarbeit, ähnlich den Glaubenskursen. Meditation und Stille unterstützen, Gegensätze auszuhalten und sich nicht an Unterschieden abzuarbeiten. So wird der Respekt vor dem Weg des Anderen eingeübt, voneinander gelernt, sich aneinander gefreut. Das ermöglicht Frieden. In der Meditation und Stille begibt man sich in Reduktion und Reizarmut. Dies fördert das achtsame Wahrnehmen der eigenen inneren Regungen und stärkt die Fähigkeit zur Empathie, zur Mitmenschlichkeit. Die biblische Forderung nach Selbst- und Nächstenliebe bekommt eine neue Qualität.

Das alles geschieht nicht in der Abgeschiedenheit – auch wenn wir einladen, den Berg hochzukommen an den Rand der Stadt. Das alles geschieht mitten im Alltag, mitten im Leben und der Welt, in ihrer Unvollkommenheit liebevoll zugewandt.

Wenn es Sie interessiert, hören Sie die Radiosendung “Stille suchen – Die Kirche als Meditationsraum”: